Das historische Bürgerhaus von 1773, Heimat des Handwerksmuseums Ovelgönne
In Ovelgönne seit 1773

Ein Haus &
seine Geschichte

Das historische Bürgerhaus von Ovelgönne: lebendiger Lernort, offener Begegnungsraum und unser größtes Exponat zugleich.

Das Haus entdecken

Wir sind kein stilles Archiv. Wir sind ein lebendiger Ort der Begegnung, an dem Geschichte nicht nur bewahrt, sondern wirklich erfahren wird.

Als gemeinnützige Kultureinrichtung im Sinne des ICOM (International Council of Museums) verstehen wir uns als eine permanente Institution im Dienst der Gesellschaft. Wir sammeln, bewahren, erforschen, interpretieren und präsentieren das greifbare und ungreifbare Kulturerbe des Handwerks in der Wesermarsch, für die Gegenwart und für alle zukünftigen Generationen.

Unser Museum ist mehr als eine Sammlung von Objekten. Es ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Fragen stellen und Geschichte lebendig wird. Wir stehen für einen offenen, inklusiven und ethisch handelnde Kulturinstitution, welche die Vielfalt seiner Gemeinschaft widerspiegelt, getragen von Ehrenamt, Leidenschaft und dem tiefen Glauben daran, dass regionale Kulturgeschichte jeden Menschen angeht.

Heimat- und Kulturverein Ovelgönne e.V.
Außenansicht des denkmalgeschützten Oldenburger Giebelhauses

Das historische Bürgerhaus

„Wer unser Haus betritt, lässt den Alltag draußen und atmet sofort die Geschichte der letzten Jahrhunderte."

Das denkmalgeschützte Oldenburger Giebelhaus wurde 1773 durch den Advokaten und Landgerichtspedell Rumpf als repräsentativer Herrensitz erbaut. Mit seiner charakteristischen Architektur, den knarrenden Dielen und der über Jahrhunderte gewachsenen Patina ist das Gebäude selbst unser bedeutendstes Ausstellungsstück. Es erwartet Dich ein authentisches Zeugnis nordwestdeutscher Bürgerarchitektur des 18. Jahrhunderts.

Das Haus hat in seinen über 250 Jahren eine bemerkenswerte Wandlung erlebt: vom herrschaftlichen Wohnhaus über verschiedene private Nutzungen bis hin zum lebendigen Museum von heute. Jede Diele, jeder Balken und jede Raumhöhe trägt die Geschichten derer in sich, die hier einst lebten und arbeiteten. Dieser „Genius Loci“, der Geist des Ortes, macht Deinen Besuch zu einem Erlebnis, das weit über das bloße Betrachten von Exponaten hinausgeht.

Im Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten wurde das geschützte Haus behutsam modernisiert, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Die neu errichteten Nebengebäude beherbergen heute eine voll funktionsfähige historische Schmiede sowie moderne Räume für die Vermittlungsarbeit, die Museumspädagogik und unsere Werkstätten. Altbewährtes und Neues treten hier in einen spannenden Dialog, den Du bei uns hautnah erleben kannst.

Besuch planen
Das Museum im Jahr seiner Gründung 1981

Vom Wohnhaus zum Museum

Ein Haus, das die Geschichte der Wesermarsch trägt! Von seiner Erbauung 1773 bis zur lebendigen Gegenwart.

Anno 1773

Die Erbauung

Der Advokat und Landgerichtspedell Rumpf lässt das eindrucksvolle Oldenburger Giebelhaus als repräsentativen Herrensitz errichten. Das zweigeschossige Backsteingebäude mit seinem markanten Stufengiebel ist ein herausragendes Beispiel der norddeutschen Bürgerarchitektur des 18. Jahrhunderts. Als eines der am besten erhaltenen Bürgerhäuser seiner Zeit in der Wesermarsch steht es heute unter Denkmalschutz, und feierte 2023 sein stolzes 250-jähriges Jubiläum.

Mai 1981

Die Museumsgründung

Auf Initiative des damaligen Gemeindedirektors Ingo Hashagen öffnet das Handwerksmuseum Ovelgönne am 17. Mai 1981 erstmals seine Türen und trifft auf enormes Interesse aus der Bevölkerung. Was als heimatkundliche Sammlung beginnt, entwickelt sich rasch zu einem wichtigen regionalen Kulturzentrum. Die Idee dahinter war so einfach wie überzeugend: Geschichte nicht hinter Glas einzusperren, sondern sie zu teilen, zu erklären und für alle erlebbar zu machen.

Jahr 2000

Der Trägerverein

Der Heimat- und Kulturverein Ovelgönne e.V. übernimmt die Trägerschaft des Museums von der Gemeinde und sichert damit langfristig dessen Zukunft. Dieser Übergang markiert den Beginn einer neuen Ära: Das Museum wird zu einem echten Gemeinschaftsprojekt! Getragen von ehrenamtlichem Engagement, privaten Fördermitteln und einer wachsenden Zahl aktiver Mitglieder. Heute zählt der Verein über 85 Mitglieder, die das Museum mit Zeit, Fachwissen und Herzblut am Leben erhalten.

Heute

Museum im Aufbruch

Nach umfangreicher Sanierung des Haupthauses und dem Bau eines modernen Nebengebäudes präsentiert sich das Handwerksmuseum heute als zeitgemäßer Kulturort, der Tradition und Innovation verbindet. Eine voll funktionsfähige historische Schmiede, zeitgemäße Werkstatträume für Schulklassen und Gruppen sowie der schrittweise Ausbau unseres digitalen Angebots zeigen: Das Museum ist nicht nur ein Ort des Erinnerns, sondern ein Ort des aktiven Tuns.

Ziegelfassade und Fensterdetail des historischen Bürgerhauses von 1773
1773
Baujahr
des Hauses
Das Museum im Jahr seiner Gründung 1981
1981
Gründung
des Museums
Historische Werkzeuge und Fotografien der Stellmacherei in der Dauerausstellung
650+
Jahre
Geschichte
Reihen historischer Apotheken-Gefäße aus der Sammlung des Handwerksmuseums
11.500+
Exponate in
der Sammlung
Ehrenamtliche des Heimat- und Kulturvereins bei der Arbeit im Museum
85+
Vereins-
mitglieder

Was Du bei uns erlebst

Der Internationale Museumsrat (ICOM) definiert fünf Kernaufgaben jedes Museums. Bei uns spürst Du sie nicht als Pflichtprogramm, sondern in jedem Winkel des Hauses.

Digitale Erfassung eines Sammlungsobjekts durch eine Schülerin

Sammeln

Jedes Objekt erzählt eine Geschichte der Wesermarsch. Deshalb sammeln und dokumentieren wir systematisch Alltagsgegenstände, Werkzeuge und Handwerksmaterialien aus der Region, damit aus einzelnen Fundstücken eine Sammlung wird, die Du bei jedem Besuch neu entdecken kannst.

Restaurierung eines historischen Gemäldes mit Schutzhandschuhen

Bewahren

Damit Du auch in zehn oder fünfzig Jahren noch vor echten Originalen stehen kannst, sichern fachgerechte Konservierung und sorgfältige Lagerung unsere über 11.500 Objekte für kommende Generationen.

Fotografische Dokumentation eines Sammlungsobjekts für die wissenschaftliche Erschließung

Forschen

Hinter jedem Exponat steckt mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. In enger Kooperation mit der Universität Oldenburg erschließen wir die Sammlung wissenschaftlich und schreiben Objektbiografien, die Du in Führungen und Texten wiederfindest.

Nachgebautes historisches Ladengeschäft in der Dauerausstellung

Ausstellen

Auf 400 m² triffst Du unsere Sammlung nicht hinter Glas, sondern in authentischer historischer Umgebung: offen, zugänglich und einladend, unabhängig von Alter, Vorwissen oder Herkunft.

Schulklasse bei einer Führung durch das Museum

Vermitteln

Führungen, Mitmach-Werkstätten, Schulprogramme und digitale Angebote holen Geschichte zum Anfassen. Warum altes Handwerk heute noch relevant ist, erklären wir Dir vor Ort, für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Ein Dritter Ort für alle

Das Konzept des „Dritten Ortes" beschreibt öffentliche Räume, die weder das Zuhause noch der Arbeitsplatz sind. Es sind Orte, an denen Menschen entspannt zusammenkommen, sich begegnen und austauschen können. Genau das möchten wir für Dich sein: ein einladender Treffpunkt für die gesamte Gemeinde Ovelgönne und weit darüber hinaus.

Für Schulklassen bieten wir altersgerechte Führungen sowie Werkstätten zum Mitmachen an. Bei uns können Kinder und Jugendliche historische Handwerkstechniken nicht nur sehen, sondern selbst ausprobieren. Das Spektrum reicht vom Schmieden über traditionelle Verarbeitungstechniken bis hin zur Spurensuche in unserer Dauerausstellung. Wir sind überzeugt, dass sich Geschichte mit den Händen besser begreifen lässt als ausschließlich aus Büchern.

Wir verstehen Barrierefreiheit als eine Haltung und nicht nur als eine bauliche Aufgabe. Dazu gehören tastbare Exponate für Menschen mit Seheinschränkungen sowie eine einfache Sprache in unseren Ausstellungstexten. Auch unser wachsendes digitales Angebot hilft dabei, dass niemand von unserer Kulturgeschichte ausgeschlossen bleibt, selbst wenn eine persönliche Anreise nicht möglich ist. Wir arbeiten konsequent daran, den Zugang zu unserem Erbe für Dich stetig zu verbessern.

Bildungsangebote entdecken
Kinder beim gemeinsamen Werkzeug-Erkunden im Museum
Das Handwerksmuseum Ovelgönne illuminiert während der Kulturleuchten 2023 in bunten Lichtern

Ein Ort,
der leuchtet

Kulturleuchten Ovelgönne 2023

Wofür wir stehen.

Wir möchten mehr als ein Museum sein. Als kulturelles Herz der Gemeinde Ovelgönne fördern wir den Austausch zwischen Generationen, Traditionen und Perspektiven. Drei Grundsätze leiten uns dabei, im Alltag, in der Vermittlung und in der Entwicklung unseres Hauses.

Dudelsackspieler beim Museumsfest vor dem Handwerksmuseum

Begeisterung wecken

Wir präsentieren die regionale Handwerksgeschichte nicht als starre Vergangenheit, sondern als lebendiges, interaktives Erlebnis. Objekte sollen berührt, ausprobiert und hinterfragt werden dürfen. Denn echte Begeisterung für Geschichte entsteht nicht durch Abstand, sondern durch Begegnung. Wir wollen, dass Menschen unser Haus begeistert verlassen und noch Tage später darüber nachdenken.

Jugendliche werden von ehrenamtlichen Museumsführern durchs Haus geführt Familien backen gemeinsam Stockbrot am Lagerfeuer beim Museumsfest

Menschen verbinden

Als kulturelles Herz der Gemeinde Ovelgönne schaffen wir Räume für echten Austausch: zwischen Jung und Alt, zwischen Zugezogenen und Einheimischen, zwischen Handwerkstradition und modernem Leben. Wer unser Museum besucht, trifft auf Menschen mit Geschichten. Und wer unseren Verein kennenlernt, findet Gemeinschaft, die über den Museumsbesuch hinaus trägt.

3D-Drucker fertigt ein tastbares Modell für sehbeeinträchtigte Besucher:innen Fertig gedrucktes Tastmodell in der Hand eines Besuchers

Barrieren abbauen

Inklusion ist für uns kein Schlagwort, sondern ein konkretes, tägliches Versprechen. Verständliche Sprache in unseren Ausstellungstexten, tastbare Exponate für Menschen mit Seheinschränkung, stufenreduzierte Zugänge und ein wachsendes digitales Angebot: wir arbeiten Schritt für Schritt daran, dass wirklich alle Menschen an unserer Kulturgeschichte teilhaben können. Kultur gehört uns allen!

Unser Netzwerk

Gute Museumsarbeit entsteht nicht im Alleingang. Als Gründungsmitglied des Museumsverbundes Wesermarsch sind wir aktiv in die regionale Kulturlandschaft eingebunden und arbeiten gemeinsam mit anderen Häusern an übergreifenden Projekten und Ausstellungen. Die Mitgliedschaft im Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V. sichert uns Zugang zu Fortbildungen, Fachberatung und landesweiten Qualitätsstandards. Als Kooperationsmuseum der Universität Oldenburg verbinden wir regionale Kulturarbeit mit wissenschaftlicher Forschung – und ermöglichen Studierenden praxisnahe Einblicke in die zeitgemäße Museumsarbeit.

Museumsverbund Wesermarsch Museumsverbund
Wesermarsch
Museumsverband Niedersachsen Bremen Museumsverband
Niedersachsen & Bremen
Universität Oldenburg Universität
Oldenburg

Museum zuhause

Für uns bedeutet Inklusion auch digitale Teilhabe. Wer nicht nach Ovelgönne reisen kann, oder möchte, soll trotzdem Zugang zu unserer Geschichte haben. Mit dem barrierefreien virtuellen Rundgang, dem wachsenden historischen Onlinearchiv und hochauflösenden 3D-Scans ausgewählter Exponate machen wir das Handwerksmuseum rund um die Uhr erreichbar: für Schulen, Forschende und neugierige Menschen überall.

Zum Digitalen Museum