Wir sammeln, bewahren und erforschen die Handwerks- und Alltagsgeschichte der Wesermarsch. Für alle Menschen zugänglich!
Wir verstehen uns nicht nur als Speicher der Vergangenheit, sondern als aktives und inklusives Gedächtnis der Gemeinde Ovelgönne und der gesamten Wesermarsch.
Als wissenschaftlich geleitetes Museum sammeln wir Werkzeuge, Werkstücke, originale Werkstätten und Dokumente der regionalen Handwerks- und Alltagskultur vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Dabei ist uns eines besonders wichtig: Wir bewahren diese Zeugnisse nicht hinter verschlossenen Türen.
Was wir sammeln, hängt vom aktuellen Stand der Forschung und den gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit ab: unser Bestand ist lebendig, nicht eingefroren.
Unser Ziel ist ein lebendiger Dialog über regionale Identität: gestern, heute und morgen. Wir machen Geschichte begreifbar, erfahrbar und für alle Menschen zugänglich.
Dabei orientieren wir uns an den Grundsätzen des ICOM Code of Ethics: Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln bilden den Kern unserer täglichen Arbeit.
Das Handwerksmuseum Ovelgönne legt großen Wert auf materialkulturelle und kulturgeschichtliche Aspekte. Was wir sammeln, hängt vom aktuellen Stand der Forschung und den gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit ab.
Seit unserer Gründung führen wir ein lückenloses Verzeichnis aller Objekte. Jedes Stück bekommt eine Inventarnummer und wird nach Material, Kategorie und Alter erfasst. Diese digitale Dokumentation ist die Grundlage unserer wissenschaftlichen Arbeit.
Seit 2018 modernisieren wir unsere Museumsdepots. Verbesserte Luftqualität, effektiver Lichtschutz und stabile Temperaturen sichern den langfristigen Erhalt unserer empfindlichen Sammlung: für alle kommenden Generationen.
Drei Aufgaben, die uns täglich leiten und die unsere Sammlung zu mehr machen als nur einem Lager alter Dinge.
Wir sammeln mit System: Werkzeuge, Werkstücke, originale Werkstätten und Alltagsdokumente aus der Wesermarsch: vom 15. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Jede Aufnahme in die Sammlung folgt wissenschaftlichen Kriterien und einem klaren Forschungsinteresse.
Klimatisiertes Depot, präventive Restaurierung, lückenlose digitale Inventarisierung: Jedes Objekt erhält eine Inventarnummer und wird nach Material, Kategorie und Alter dokumentiert. So bleibt die Sammlung dauerhaft erhalten, auch für künftige Generationen.
Geschichte, die man anfassen kann: Wir machen unsere Sammlung durch Ausstellungen, Bildungsangebote, wissenschaftliche Kooperationen und digitale Zugänge für alle Menschen erfahrbar, nicht hinter Glas, sondern mitten im Leben.
Eine mit Wasser gefüllte Glaskugel wirkt als natürliche Sammellinse, und filtert gleichzeitig die Wärme der Lampe. Entdecke das Prinzip, erlebe den Simulator und teste dein Wissen.
Licht fokussieren, Wärme filtern: mit einfachsten Mitteln zum entscheidenden Werkzeug.
Schuster, Uhrmacher und Wissenschaftler nutzten mit Wasser gefüllte Glaskolben, um das schwache Licht von Öl- oder Gaslampen zu einem hellen, gebündelten Strahl zu konzentrieren. Das Wasser wirkt als Sammellinse und filtert gleichzeitig die Wärmestrahlung, sodass empfindliche Materialien wie Leder nicht beschädigt wurden.
Die Entwicklung großer Sammellinsen durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und später das elektrische Licht verdrängten die Schusterkugel schließlich. Heute ist sie ein faszinierendes Zeugnis handwerklicher Ingenieurskunst.
Wasser hat einen Brechungsindex von 1,33 (Luft: 1,0). Die runde Form bewirkt eine konvergierende Brechung: Alle einfallenden Strahlen treffen sich im Fokuspunkt auf dem Arbeitstisch.
Gleichzeitig absorbiert Wasser Infrarotstrahlung (Wärme). Handwerker konnten so nah an starken Lichtquellen arbeiten, ohne ihre Materialien zu verbrennen.
Ziehe die Glaskugel mit der Maus oder dem Finger. Beobachte, wie sie das Licht bündelt.
Eine Öl- oder Gaslampe strahlt diffuses Licht in alle Richtungen. Für feine Handarbeit ist es viel zu schwach und undeutlich.
Das Wasser (Brechungsindex 1,33) bündelt wie eine große Sammellinse alle Lichtstrahlen gezielt in einem gemeinsamen Fokuspunkt.
Das gebündelte Licht trifft hell und konzentriert auf den Arbeitstisch. Feinste Nähte waren so selbst im tiefsten Dämmerlicht möglich.
Wasser absorbiert Infrarotstrahlung. Das wertvolle Leder und andere empfindliche Materialien wurden nicht durch die Lampenhitze beschädigt.
Warum füllt man den Glaskolben mit Wasser statt mit Luft?
Welchen zweiten wichtigen Effekt hatte die Wasserfüllung für Handwerker?
Was verdrängte die Schusterkugel schließlich vom Arbeitsplatz?
Objektdokumentation gemäß ICOM Code of Ethics · Handwerksmuseum Ovelgönne · Inventar-Nr. HMO-O/1620 · Sammlung: Lederhandwerk
Wir sammeln nicht alles, aber wir sammeln mit System. Unsere Bestände gliedern sich in historische Kernbereiche, die das Leben in der Wesermarsch von früher bis heute abbilden.
Von der traditionellen Zunft bis zur modernen Innung. Wie sich das Ausbildungswesen entwickelt hat und wie Handwerk früher organisiert und weitergegeben wurde.
Die Entwicklung von Produktionstechniken und das Verhältnis zwischen ländlichem Handwerk und aufkommender Industrialisierung in der Wesermarsch.
Die wichtige Rolle von Frauen in den historischen Gewerken, oft jenseits der offiziellen Meisterbriefe und Chroniken, aber unverzichtbar für das Gesamtbild.
Der Wandel in dörflichen und ländlichen Räumen, am Beispiel von Bader-Friseur und Kolonialwarenladen wird sichtbar, wie sich das Leben auf dem Land verändert hat.
Persönliche Geschichten von Handwerkerinnen und Handwerkern und wichtigen Persönlichkeiten aus der Gemeinde. Lebensläufe, die zeigen, wie Menschen ihren Alltag gestaltet und bewältigt haben.
Fotografie, das historische Sängerzimmer und bürgerliche Hobbys: Wie Kunst und Kultur auch in ländlichen Gemeinden immer wichtiger wurden.
Wir verstehen uns als Lehrmuseum. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Materielle Kultur der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bieten wir Studierenden praxisnahe Einblicke in echte Museumsarbeit.
Wir arbeiten mit Wissenschaft, Verbänden, nationalen und internationalen Netzwerken zusammen: damit unsere Arbeit und Sammlung die Qualität bekommt, die sie verdient.
Als offizielles Kooperations- und Lehrmuseum des Instituts für Materielle Kultur arbeiten Studierende des Master-Studiengangs Museum und Ausstellung bei uns vor Ort. Sie konzipieren und realisieren eigenständige Projekte und sammeln dabei echte Praxiserfahrung in einem laufenden Museumsbetrieb.
Unsere gesamte Museumsarbeit: Sammeln, Bewahren, Dokumentieren, Ausstellen, orientiert sich an den Empfehlungen des Deutschen Museumsbundes und am ICOM Code of Ethics, dem weltweit anerkannten ethischen Berufsstandard für Museen. So stellen wir sicher, dass unsere Arbeit internationalen Qualitätsansprüchen genügt.
Wir sind Gründungsmitglied des Museumsverbundes Wesermarsch und darüber hinaus Mitglied im Museumsverband für Niedersachsen und Bremen (MVNB). Beide Netzwerke stärken die regionale Museumslandschaft und verbinden uns mit Häusern in der gesamten Region.
Viele unentdeckte Schätze liegen noch auf Dachböden. Wenn du historische Werkzeuge, Werkstücke, Dokumente oder Fotos hast, die Ovelgönne oder die Wesermarsch berühren, sprich uns gerne an. Wir prüfen jede Schenkungsanfrage sorgfältig auf ihre historische Bedeutung.
Schenkung anfragenDu forschst zur regionalen Handwerks- oder Alltagsgeschichte? Oder hast Fragen zu einem bestimmten Objekt in unserer Ausstellung? Wir helfen dir gerne weiter, mit detaillierten Auskünften aus unserem Archiv.
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